FlipFlops am Steuer - ein Flop ?

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FLIP-FLOPS am Steuer - ein Flop?

 

Wenn wie in diesen Tagen das Thermometer weit über 20 Grad steht, gibt es keine Alternative zu offenem Schuhwerk, um sich etwas Luftkühlung zu ermöglichen. Außerdem werden die Füße schön braun.

 

Schwierig wird es, wenn man PKW oder Fahrrad fährt; da kann das offene Schuhwerk schnell zur Unfallursache werden.

 

Darf ich mit FlipFlops Auto fahren?

 

Ja, das darf man. Es gibt kein Gesetz wie zB. die Straßenverkehrsordnung, die das Tragen von Flip-Flops - also Sandalen mit Zehensteg - untersagen, wenn man ein Auto lenkt.

 

Sind offene Schuhe generell untersagt, wenn ich Auto fahre?

 

Ebenso - nein. Egal, ob man Sandalen oder anderes offenes Schuhwerk trägt, was nicht fest mit dem Fuß verbunden ist.

 

Eine Ausnahme besteht für Berufskraftfahrer. Die sind zu geeignetem Schuhwerk verpflichtet.

 

Droht ein Bußgeld, wenn ich es dennoch mache?

 

Was nicht verboten ist, kann auch nicht durch Bußgelder geahndet werden. Das hat bereits das Oberlandesgericht Bamberg im November 2006 entschieden.

 

Das gleiche gilt für den Fall, wenn man in Socken oder Barfuß fährt - alles nicht verboten.

 

Hafte ich bei einem Verkehrsunfall, weil ich offenes Schuhwerk getragen habe?

 

Hier sitzt der Haken:

Ist an der Ampel ein anderer PKW aufgefahren, wird sich die Tatsache des Tragens von offenem Schuhwerk wohl nicht stellen.

 

Hat sich aber der offene Schuh zB. zwischen Gas- und Bremspedal verhakt oder rutscht man mit dem Barfuß oder mit den Socken von der Bremse, wird dem Fahrer - sofern der Gegner das beweisen kann - hier zB. ein „Mitverschulden“ angelastet werden. Denn diese Sorgfaltspflichtverletzung des geeigneten Schuhwerks hat sich unfallursächlich ausgewirkt.

 

Das Gleiche gilt übrigens auch dann, wenn man mit dem offenen Schuh beim Radfahren zB. von der Pedale abrutscht und dadurch einen Unfall verursacht.

 

Gibt es noch andere Risiken beim Tragen von offenen Schuhen während des Autofahrens?

 

Ganz klar - ja. Denn aufgrund des Unfalls hat man bei bestehender Vollkaskoversicherung einen Anspruch auf Übernahme der Reparaturkosten.

 

Der Unfall stellt gleichzeitig auch ein Versicherungsfall im Kaskoversicherungsvertrag dar. Wenn man den Unfall durch offenes Schuhwerk (mit)verursacht hat, wird demjenigen der Kaskoversicherer ggf. den Einwand der groben Fahrlässigkeit entgegen halten und seine Versicherungsleistung reduzieren.

 

Grob fahrlässig handelt, wenn die Sorgfaltspflicht in einem ungewöhnlich hohen Maße verletzt wurde. Das wäre dann der Fall, wenn einfache Überlegungen zur Schadensabwendung einfach außer Acht gelassen wurden. Das wäre bei offenem Schuhwerk, Socken oder Barfuß wohl der Fall.

 

 

Tipp vom Verkehrsrechtler

Deutlich sicherer bewegen sich Autofahrer deshalb fort, wenn sie in ihrem Versicherungsvertrag den Verzicht des Versicherers auf die Einrede grober Fahrlässigkeit zum Versicherungsgegenstand machen. Dann kann der Versicherer diesen „Joker“ nicht ziehen.

Übrigens

Flip-Flops ist ein Markenname und steht für Gummisandalen mit Gummizehensteg. Flip-Flop ist damit nicht gleich Flip-Flop.

 

>> la / Juni 2017

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